Sonnenuntergang auf dem Mekong

Der nächste Tag begann sehr entspannt. Wir gönnten unseren Körpern nämlich die – nach dem gestrigen aufregenden Tag – bitter gebrauchte Ruhe und schliefen aus. Und zwar so lange, dass wir das Frühstück im Hotel verpassten. Wie schade 🙂

Nach dem üblichen morgendlichen Ritualen verschlug es uns dann in eine französische Bäckerei, in der wir das verpasste Frühstück nachholen wollten. Allerdings staunten wir alle erstmal recht, als wir die Speisekarte aufschlugen. Die Preise waren doch auffallend höher, als wir dies bisher von Laos gewöhnt waren. Jedoch waren sämtliche Speisen bio und fair-trade und was-auch-immer, was den Preisunterschied recht schnell erklärte. Ich orderte ein Frühstücksmenü mit Toast, Orangensaft, Marmelade und Joghurt, die anderen beiden blieben bei einzelnen Komponenten. Aber alles (bis auf eine Joghurtkreation, die Höni bestellt hatte) schmeckte auch alles sehr gut. Anne war selig, weil sie endlich mal wieder guten Kaffee trinken konnte. Es sind die kleinen Dinge im Leben… 🙂

Danach schlenderten wir weiter an der Hauptstraße entlang – mit einem bestimmten Ziel. Wir (das hieß, die treibenden Kräfte dahinter waren Anne und ich) wollten unbedingt einen Ausflug machen, in dem auf irgendeine Art Elefanten vorkamen. Dieser Anspruch alleine ist in Luang Prabang nicht schwer zu erfüllen – Agenturen, die solche Trips anbieten, geben sich dort wirklich die Klinke in die Hand. Wir waren jedoch angetan von einem Laden, der von außen recht unspektakulär aussah, aber mit einem großen “No riding”-Schild warb. Das klang doch wie für uns gemacht! Wir ließen uns noch einmal eingehend beraten und beschlossen dann, dort eine Halbtagestour zu buchen. Da wir die Tour für den nächsten Tag buchten, also für den 23. Dezember, war dies ein Weihnachtsgeschenk von uns für uns. 🙂 Ich leistete praktisch die Anzahlung für uns drei, so dass Anne und Höni erst vor Ort zu zahlen brauchten. Die Tour war mit 99 USD der teuerste Ausflug auf meiner Agenda, aber wir hofften, dass es sich lohnen würde. Ob alles zu meiner / unserer Zufriedenheit war, werdet ihr dann im nächsten Bericht lesen können…

 

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Der von uns gebuchte Halbtagestrip

 

Wir zogen weiter, denn wir wollten uns noch den Königlichen Palast (Haw Kham) ansehen. Auf dem Gelände befinden sich das National Museum, das Theater und der Tempel Haw Pha Bang. Der Königliche Palast (in dem jetzt das Museum untergebracht ist) war bis 1975 Heimat der königlichen Familie. Nach der Abschaffung der Monarchie wurde der Palast geschlossen und erst im Jahre 1995 als Nationalmuseum wieder eröffnet.

Leider konnten wir uns nur auf dem Gelände umsehen, ohne die Einrichtungen betreten zu können, weil wir nicht passend angezogen waren. Man muss nämlich Knie und Schultern bedeckt halten, was wir aufgrund der Temperaturen (31°C, danke Handy!) nicht bedacht hatten. So bummelten wir nur durch den schön angelegten Park, nutzten die Toiletten ( 🙂 ) und Höni warf noch einen Blick in die Ausstellung der königlichen Autos. (Laut ihm war dies wenig beeindruckend, weil da nur drei Autos rumstanden. Aber die waren zumindest nett anzusehen.)

Danach schlugen wir den Weg zum Fluss ein, denn Anne hatte uns auf bei Sa Sa Sunset Cruise eine Bootsfahrt gebucht, bei der man den Sonnenuntergang auf dem Fluss betrachten konnte. Dass im Preis ein Gratis-Cocktail inbegriffen war, hatte natürlich ü-ber-haupt nichts mit unserer Entscheidung zu tun. Ich schwöre!

Wir verbrachten die restliche Zeit bis 15:30 Uhr auf einer netten Terrasse direkt am Fluss. Obwohl dort eindeutig Gäste bewirtet wurden, wurden wir während dem gesamten Aufenthalt nicht einmal gefragt, ob wir gerne etwas bestellen würden.

Als es schließlich Zeit war, trotteten wir die letzten paar Meter zur Anlegestelle, bezahlten und benutzten noch einmal kurz die Toilette, bevor es an Bord ging. Das Boot füllte sich dann doch zunehmend mit Leuten (wo kamen die nur alle her?), aber wir konnten unsere beiden Tische (einen auf der linken und einen auf der rechten Bootsseite, damit wir überall einen guten Blick für Fotos hatten) halten.

Wir schipperten flussaufwärts und wurden auch schon bald mit Cocktails versorgt. Wir hatten uns für einen Laojito entschieden, sozusagen die laotische Variante des Mojitos. Und mmmmmh! Der schmeckte wirklich gut! (Und zumindest Annes Drink hatte eine so optimistische Mischung, dass es herrlich reinknallte.) Natürlich bestellten wir danach noch einen und wurden immer lustiger. Wir überlegten sogar, ob wir nicht aufs Dach klettern sollten, um eine Rooftop-Party zu machen. Höni wäre dafür gewesen, aber nur, wenn die Mädels im Bikini tanzten. Tsk. Männer! 🙂

Da wir schon wieder ein dezentes Hungergefühl verspürten, bestellten wir uns auch einen der Fleisch-Gemüse-Spieße, die zwar leicht scharf, aber sehr lecker waren. Als Grundlage für unseren Alkoholkonsum aber durchaus unzureichend.

Über die Fahrt kann ich euch ansonsten nicht mehr so viel erzählen und lasse lieber Bilder sprechen. Es war einfach traumhaft schön! Jeder, der nach Luang Prabang kommt, sollte so einen Bootstour mal gemacht haben. Zwei Daumen hoch!

Nach der Bootstour waren wir – natürlich – immernoch hungrig und ich über20161222_182556redete die anderen beiden, den Lao Hot Pot auszuprobieren, eine Art Tartarenhut auf laotisch. Auf dem Weg zu unserem schon bekannten Restaurant “Sabaidee” passierte jedoch noch etwas Dramatisches. Während einer besonders eifrigen Pokemonsuche trat Höni gegen einen Stein. Jedoch hatte er offenbar vergessen, vorher den Härtner zu benutzen (sorry für diesen Pokemonwitz), denn auf einmal war da überall Blut. Ganz schön eklig. Und das sage ich als Krankenschwester. Nach einer behelfsmäßigen Versorgung mit Taschentüchern (Pflaster hatte keiner von uns dabei), humpelte der tapfere Krieger weiter.

Stein 1, Höni 0 würde ich sagen.

Wir kamen schließlich im Restaurant an. Anne war offenbar der Hunger auf Hot Pot vergangen (na gut, um ehrlich zu sein, hatte sie von Anfang an gesagt, dass sie nicht dabei wäre 🙂 ) und so bestellte sie Nudeln mit Gemüse, die ebenfalls sehr lecker aussahen. Höni und ich teilten uns den Hot Pot somit.

Alleine die Vorbereitung war schon sehenswert. In jedem Tisch war eine kreisrunde Platte ausgesägt, die man bei Bedarf rausnehmen konnte, um den heißen Kohleeimer reinzusetzen (als Unterlage für den Hot Pot). Jedoch klemmte das Ding offenbar und es benötigte zwei Mitarbeiter und eine Menge Zeit, um es rauszukriegen. Unterhaltsam war es auf jeden Fall. 🙂

Wir erhielten eine Kanne voller heißer Brühe, eine Platte mit verschiedenem Fleisch und einen Korb voller Gemüse. Und dann ging es los. Es war sehr, sehr lecker, aber leider irgendwie zu wenig. Zumindest waren wir noch nicht 100%ig gesättigt danach und hätten wohl locker nochmal dasselbe bestellen können.

Taten wir aber nicht. Denn irgendwie zollte der Alkohol doch seinen Tribut und wir hörten das Bett rufen. Leise, aber stetig.

Und was wir mit den Elefanten erlebt haben, gibt es im nächsten Beitrag. Seid gespannt! 🙂

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Kuang Si Waterfalls – oh heaven, where art thou?

Der nächste Tag begann – natürlich! – wieder einmal mit Frühstück. Ich glaube, das war der Tag, an dem ich auf Toast mit Butter und Marmelade umgestiegen bin, denn so langsam hingen mir die Pancakes ein wenig zum Hals raus. Und tatsächlich lagen sie auch recht schwer im Magen. Ich Pussy ich. 🙂

Wenig später zogen wir schon weiter in das uns schon bekannte Cafe, um ein wenig

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Anne in der Warteschleife 🙂

Koffein zu tanken und – Überraschung! – ein zweites Frühstück einzunehmen. Wie nannte Anne uns so schön? Dauerverdauer. Das trifft es wohl ganz gut. Während wir Mädels dort herumhingen und quatschten, hüpfte Höni, der offenbar über unendliche Energiereserven verfügt, durch die Weltgeschichte und fing Pokemon und nahm Arenen ein. Sportlich, sportlich. Vor allem bei den draußen herrschenden 31°C. (Danke, Handy!)

 

 

Gegen späten Vormittag verhandelten wir schließlich mit einem Tuk Tuk Fahrer über den Preis für eine Fahrt zum Kuang Si Wasserfall. Denn da wollten wir unbedingt hin. Höni, der noch schlechte Erinnerungen an die matschigbraunen Wasserfälle in Südamerika hatte, war etwas zurückhaltend, doch meine Euphorie sprudelte aus jeder Pore.

WASSERFALL!!!

(Wenn ihr die letzten Beiträge gelesen habt, dann wisst ihr spätestens jetzt, dass ich relativ leicht zu begeistern bin.)

Wir konnten uns schließlich auf einen Preis von 150.000 Kip einigen (ca. 17 Euro), dafür würde er uns aber nicht nur hinfahren, sondern dort warten und uns am Abend wieder zurückkutschieren. Dafür war der Preis durchaus angemessen.

Ich besorgte mir noch ein megaleckeres Avocado-Sandwich (hmm… diese Sandwiches werde ich mein Lebtag nicht vergessen, SO lecker!) für 10.000 Kip (ca. 1.15 Euro), weil ich immer gerne Proviant dabeihabe. Dauerverdauer eben. 🙂

Und schon ging die Fahrt mit dem Tuk Tuk los. Der Straßenbelag – falls er diese Bezeichnung überhaupt verdiente – war doch recht lückenhaft und so war die Fahrt nicht nur staubig, sondern auch ziemlich holprig. Zudem war unser Fahrer recht rasant unterwegs (zumindest kam es mir so vor) und so musste ich doch öfter mal herzhaft schlucken, um den aufkommenden Würgereiz zu unterdrücken. Allerdings war die Landschaft wirklich sehr schön!

Nach knappen 45 Minuten war aber auch diese Hürde übernommen und wir fotografierten noch schnell das Tuk Tuk Nummernschild, damit wir unseren Fahrer wiedererkennen würden. Denn auf dem Parkplatz standen schon mehrere Dutzend von diesen Dingern. Und wer mich auch nur ein bisschen kennt, weiß, wie gut meine Orientierung ist. (Spoiler für alle anderen: gleich null.)

Kurz ein paar (mehr oder weniger) interessante Fakten über den Wasserfall: Die Kuang Si Falls (oder manchmal auch Tat Kuang Si Waterfalls genannt) liegen ca. 30 km südlich von Luang Prabang. Sie sind die größten Wasserfälle in Laos und sind daher ein beliebter Touristenmagnet, auch für Einheimische. Die Wasserfälle bestehen aus mehreren Kaskaden, die insgesamt über 100 Meter in die Tiefe fallen. Die längste freifallende Kaskade erreicht eine Höhe von 60 Metern. In den meisten Pools ist das Baden erlaubt, allerdings ist dies bei einem der Pools immer verboten, da dieser als heilige Stätte gilt. Die beste Reisezeit zu den Wasserfällen ist die Regenzeit (von Mai bis November), weil der Wasserfall dann viel Wasser hat, das zudem noch klar und sauber ist. (Wir waren allerdings Mitte Dezember dort und trotzdem gab es klares türkisblaues Wasser. Kommt wohl immer bisschen drauf an. 🙂 ) Der Eintritt kostet ca. 20.000 Kip (ca. 2.30 Euro). Darin enthalten ist ebenfalls der Eintritt zum Tat Kuang Si Rescue Center, einem kleinen Tierpark, in dem gerettete Schwarzbären, die oft unter katastrophalsten Zuständen gehalten wurden, ein neues Zuhause gefunden haben.

Wir zahlten den Eintritt und schlenderten dann stromaufwärts. Und kaum habe ich den ersten Pool zu Gesicht bekommen, bin ich begeistert. Und zwar BEGEISTERT!!! in Großbuchstaben und mit vielen Ausrufezeichen. Ich weiß nicht, ob ich jemals schon mal etwas so schönes, gewaltiges und unglaubliches gesehen habe. Ich konnte kaum an mich halten und musste auch das Wasser im ersten Becken gleich ausprobieren. Das ist, erwartungsgemäß, ziemlich frisch. (Was mich auch davon abhielt, mir gleich die Klamotten vom Leib zu reißen, um darin schwimmen zu gehen. Denn natürlich hatten wir unsere Badekleidung darunter gezogen. Wir sind schließlich K L U K !)

Je weiter nach oben wir kamen, umso größer wurde meine Begeisterung. Und die stimulierte offenbar auch meine Blase, denn ich merkte plötzlich, dass ich aufs stille Örtchen musste. Kein Thema. Es gibt nicht nur viele Umkleidekabinen auf dem Weg, sondern eben auch sanitäre Anlagen. Allerdings sind diese wirklich in katastrophalem Zustand. Die Toilette besaß keine Toilettenbrille mehr, der ganze Boden stand unter Wasser (und ich will nicht wissen, was für eine Art Wasser das war), es gab weder Klopapier, noch Seife oder fließendes Wasser. Zum Glück hat die Krankenschwester für solche Dinge immer ein Fläschchen Desinfektionsmittel in der Hinterhand. Aber trotzdem. Das war auf jeden Fall ein Erlebnis zum Abgewöhnen.

Wir stiefelten weiter nach oben bis wir zur freifallenden Kaskade über 60 Meter kamen. Hier gibt es eine Holzbrücke, von der aus man einen guten Blick auf den Wasserfall hat. Leider tummeln sich deswegen dadrauf auch eine Menge Touristen, weswegen wir hier nur kurz Halt machen. Denn wir hatten höhere Pläne – wir wollten bis ganz nach oben! Doch vorher musste ich erst noch ein wenig was essen. Da kam mein mitgebrachtes Sandwich ganz recht. Und ich glaube, Anne und Höni waren etwas neidisch 🙂

Also machten wir uns auf den steilen Weg nach oben (links am Wasserfall entlang). So schweißtreibend der Aufstieg auch war, gelohnt hatte er sich auf jeden Fall. Oben gab es noch mehr natürliche Pools, in denen man schwimmen konnte. Auch wurden oben Wasserflaschen und Bier für 8000, bzw. 10.000 Kip verkauft. Da wir vor Augen hatten, dass wir auch wieder nach unten mussten (und eine holprige Tuk Tuk Fahrt vor uns hatten), entschieden wir uns dagegen.

Was wir jedoch taten, war, ein erfrischendes (da ziemlich kühles) Bad zu nehmen. In einem der Pools war nämlich an einem Ast eine Schaukel angebracht. Und das WAR SO UNGEFÄHR DAS COOLSTE WAS ICH MIR VORSTELLEN KONNTE! SCHAUKELN! OBEN AUF EINEM WASSERFALL! WIE GROSSARTIG IST DAS DENN???!!

Kein Wunder, dass ich Anne dazu zwang, ganz viele Fotos von mir zu schießen (so etwas musste natürlich festgehalten werden). Zudem motivierte ich Anne und Höni ebenfalls dazu, den Sprung ins feuchte Nass zu wagen. (Und ich glaube, sie haben es nicht bereut, oder? 🙂 )

Leider war der Weg nach unten nicht mehr so lustig. Wir wurden sogar noch von zwei Amerikanerinnen gewarnt, dass dieser Weg absolut steil war und wir es uns gut überlegen sollten, ob wir diesen nehmen wollten. Wir taten dies als Übertreibung ab (Amerikaner neigen ja gerne mal dazu 🙂 ) und setzten munter unseren Weg fort.

Jedoch mussten wir bald feststellen, dass die beiden Damen vielleicht nicht völlig und grundlos übertrieben hatten. Der Weg bot nicht an allen Stellen viel Halt – zum einen wegen einem recht sandigen Untergrund, zum anderen wegen dem fehlen von Steinen oder Wurzeln. Ich entschied mich irgendwann dafür, einfach auf dem Popo nach unten zu rutschen … leider dachte ich nicht daran, dass ich eine weiße Hose anhatte.

Unten angekommen hatten Anne und Höni beim Anblick meines Popos dann aber jedoch viel zu lachen. Ich sah aus, als ob ich … aber gut, seht selbst:

Ich nahm es gelassen und band mir einfach mein mitgebrachtes Handtuch um die Hüften. Sah bestimmt doof aus, aber zumindest sah ich nicht aus wie ein Kleinkind beim Abgewöhnen der Windel.

Wir schlenderten zurück zu unserem Tuk Tuk und ließen uns nach Hause chauffieren. (Dabei war die Rückfahrt wesentlich angenehmer als die Hinfahrt. Warum das so war – keine Ahnung.)

Zurück im Hotel angekommen musste ich mir erstmal frische Kleidung anziehen. Denn so konnte und wollte ich nicht in der Stadt herumlaufen. Anne und ich ließen Höni schließlich alleine im Hotel zurück und gingen uns den Nachtmarkt ansehen, der zu einem der Highlights in Laos gehören sollte. Tatsächlich war es eine schöne Atmosphäre ohne den üblichen Markt-Trubel. Man konnte in aller Ruhe an den Ständen stehenbleiben und sich die Ware ansehen, ohne dass man gleich zum kaufen aufgefordert wurde. Das kam uns ganz recht, dann Anne war noch immer auf der Suche nach Laos-Ohrringen. (Sie kauft in jedem Land, in das sie gereist waren, Ohrringe. Ich persönlich finde das eine ganz wunderbare Idee und war fast ein wenig neidisch, weil meine Ohren nämlich jungfräulich-ungepierct sind 🙂 )

Anschließend suchten wir uns noch einen Essensstand, an dem wir uns Nutella mit ein wenig Crepe drumherum schmecken ließen. Man merkte die französischen Einflüsse einfach überall – und ich fand es absolut nicht schlimm. Gibt Schlimmeres, als einen schönen Abend mit einer süßen Leckerei ausklingen zu lassen.

Nun gut, das stimmt nicht ganz. Denn anschließend suchten wir uns noch ein nett aussehendes Restaurant, in dem wir uns ein Bier bestellten, um ungestört Mädelsthemen durchzukauen. (Höni ist an dieser Stelle vermutlich noch einmal sehr froh, dass er uns nicht begleitet hatte.) Und ich muss an dieser Stelle sagen – es war SO schön, Zeit mit meinem geliebten Annehasi zu haben, die ich doch so arg doll lieb habe ❤

Ähem.

Genug Rumgesülze.

Das wars auch schon. Weiter geht’s im nächsten Beitrag!

 

Luang Prabang – Ausflug in den Botanischen Garten

Der nächste Morgen begann mit einem zünftigen Frühstück – zumindest für Höni und Anne, die wagemutig waren und sich den Hamburger von der Frühstückskarte bestellten. Ich hielt mich etwas bedeckter und orderte den Pancake. Hamburger zum Frühstück … das ist eine gute Idee, wenn man bis fünf Uhr tanzen war. Aber so… direkt… nach dem Aufstehen…?

Nichts destotrotz bewunderte ich die beiden für ihren Wagemut. Der jedoch nicht belohnt wurde. (Darf ich doch so schreiben, oder, ihr Zwei?) Zumindest war der Burger eine Erfahrung wert. In Anbetracht dieser Enttäuschung ließ ich mir meinen Pancake zweimal so gut schmecken 🙂

Da ich heute entscheiden durfte, was wir anstellen würden, zwang … ähm … motivierte ich die anderen Beiden dazu, heute den Pha Tad Ke Botanical Garden zu besuchen. Dieser ist der erste seiner Art in Laos und wurde auch erst im November 2016 eröffnet. (Hier zu finden auf Facebook. Und hier geht’s zur Website.)

Wir vertrieben uns die Zeit bis wir aufbrechen wollten in einem netten kleinen Cafe, in dem wir erstmal Kaffee tankten. Viel Kaffee. Und eventuell noch die ein oder andere Kleinigkeit frühstückten. (Eventuell. Ich kann mich tatsächlich nicht mehr daran erinnern.)

Wir kauften unsere Tickets im Ticketoffice am Fluss (Ban Wat That) und erfuhren dort, dass wir eine 15minütige Bootsfahrt vor uns hatten. Denn der Botanische Garten befand sich auf der anderen Seite des Flusses.

Frohen Mutes setzten wir die Segel und schipperten der Freiheit entgegen. (Heroische Pause.)

Kurz ein paar Fakten zum Botanischen Garten. Der Eintritt kostet 25 USD für Erwachsene, für Kinder unter 10 Jahren 12 USD. Im Preis enthalten sind diverse Aktivitäten, wie z.B. ein “Orchid Talk” (ich bin mir nicht sicher, wie ich das übersetzen sollte – ein Gespräch über Orchideen?), eine Kräutertee-Verkostung und der Bambus-Handarbeits-Kurs. Es gibt verschiedene Abteilungen im botanischen Garten, unter anderem den Ginger Garden (der über 100 verschiedene Arten von Ingwer beinhaltet), einen Palmgarten (mit über 30 verschiedenen Arten von Palmen) oder eine Orchideen-Pflanzstätte (ich bin mir nicht sicher, wie orchid nursery in diesem Sinne am besten zu übersetzen ist) mit über 260 verschiedenen Arten. Der Botanische Garten ist (beinahe) täglich von 8 – 18 Uhr geöffnet, außer am Mittwoch, denn da ist Ruhetag.

Die Bootszeiten zum und vom Botanischen Garten sind hier:

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Und hier noch die Karte des Botanischen Gartens:

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(Beide Bilder habe ich mir von der Website des botanischen Gartens geholt.

Die Bootsfahrt war (trotz verhangenem Wetters) recht schön und kurzweilig. Wir waren die einzigen Gäste und hatten daher auch freie Platzwahl. Allerdings waren wir anfangs noch alle recht träge unterwegs – was sich aber schon bald ändern sollte.

Wir wurden an der Rezeption sehr herzlich empfangen – nicht nur von den Mitarbeitern, sondern auch von der allerersten Spinne, die ich auf meiner Reise antraf. Ich muss nicht extra betonen, dass ich einen großen Bogen um sie schlug. Oder?

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Die erste Spinne für mich. Gruselfaktor hoch 10!

 

Danach bekamen wir eine kurze Einführung in die Entstehung des botanischen Gartens. Zudem wurde uns ein kurzer Überblick (zusammen mit der oben stehenden Karte) gegeben, was man hier machen konnte. Und wir wurden herzlich zu den free activities eingeladen. Und das war natürlich Musik in meinen Ohren.

Ich konnte lernen, wie man Tiere aus Bambus flechtet? HELL YES I AM IN! Tatsächlich war meine offenkundige Begeisterung darüber ein Quell steter Heiterkeit für Anne und Höni 🙂

Wir begannen unsere Entdeckungstour im Ethno-Botanical Garden, in dem es jede Menge Heilpflanzen (und andere Pflänzchen) zu bestaunen gab. Man konnte fast meinen, dass in diesem Garten zu jedem Gebrechen ein Kraut wuchs – und wir mussten öfter kichern, als wir die Anwendungsgebiete lasen. (Es gab z.B. einen Busch, aus dem die Ureinwohner Ruten herstellten, mit denen Leuten, an denen man einen Exorzismus ausübte, verprügelt wurden. Natürlich nur, um die bösen Geister auszutreiben. Ist klar, ne?)

Wir schlenderten weiter und entschieden uns, den kleinen Umweg zum Pha Tad Ke Cave zu machen, der uns auch von den Mitarbeitern wärmstens empfohlen wurde. Und da wir alle unsere Wanderschuhe anhatten (bis auf Höni, den Tapferen, den ich, glaub ich, nie in etwas anderem als Flip Flops gesehen habe) waren wir natürlich sofort begeistert.

Der Weg dorthin war allerdings doch recht anstrengend und da auch langsam die Sonne hinter den Wolken erschien, kamen wir zügig ins Schwitzen. Wir vertrieben uns die Zeit, in dem wir die Felsformationen bestaunten, über Gott und die Welt quatschten, über den Weg schimpften (weil so anstrengend) und uns von Weihnachtsmusik beschallen ließen. (Echt sächsisch. Danke Höni 🙂 )

Zunächst wollte ich ja nicht in die Höhle rein. Der Eingang war recht klein und ich hatte Angst, mit dem Kopf irgendwo hängen zu bleiben. Also, in einem Spinnennetz oder einer Spinne. Oder so. Aber schlussendlich konnte ich mir doch keine Blöße geben und sprintete Anne und Höni hinterher. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Wir inspizierten die Höhle und waren auch von der Buddhastatue, die dort stand und irgendwie fehlplatziert aussah, fasziniert. Erwähnte ich übrigens schon, dass Höni ein Draufgänger ist? Der krabbelte nämlich in alle möglichen und unmöglichen Ecken und war auch derjenige, der unserer kleinen Höhlentour dann den Todesstoß gab. Er fand nämlich einen Knochen. Und der war so groß, dass wir uns sicher waren, dass der von einem Menschen stammte. Nach einem sehr erwachsenen “WER ALS LETZTER DRAUSSEN IST, WIRD VON DEM MONSTER GEFRESSEN!”-Wettlauf (den Anne übrigens verlor) machten wir uns schließlich auf den Rückweg.

Wir schlenderten am Palmgarten und am Bambusgarten vorbei zurück und genossen einfach nur die herrliche Landschaft und das tolle Wetter. Wir begegneten während der ganzen Zeit dort (und wir waren tatsächlich einige Stunden im Garten) nur einer Handvoll anderer Leute. So scheint der Botanische Garten momentan noch ein Geheimtipp zu sein (was eventuell auch an den recht hohen Eintrittsgebühren liegen kann) – aber vermutlich wird sich dies bald ändern.

Wir beschlossen, uns die Stunde bis zum Bamboo Handicraft Workshop noch mit einer kulinarischen Stärkung zu vertreiben und schlugen den Weg zum Cafe ein. Dort wurde uns auch gleich die Kräutertee-Verköstigung angeboten, die wir euphorisch annahmen. Wir erhielten drei kleine Schalen mit kaltem Tee und durften uns durchprobieren.

Ich weiß nicht mehr genau, welchen Tee wir da genau tranken 20161220_141124(einer war, glaub ich, Zitronengras), aber mir schmeckten sie alle. Ich hätte auch noch viel mehr davon getrunken. Gratis, versteht sich. 🙂

Danach bestellten wir noch eine Runde Essen. Anne und Höni entschieden sich für den Pancake, ich bestellte etwas, von dem ich dachte, dass es dem Mango Sticky Rice ähneln würde, von dem ich ja so begeistert gewesen war.

Tja.

Es war nicht mal im Ansatz so ähnlich. Es sah aus wie Moor abgefüllt in einer Schale (die Luftblasen machten es auch nicht gerade vertrauenserweckender), aber es schmeckte überraschenderweise doch recht gut. Und ab und an muss man ja auch mal etwas Neues wagen, nicht wahr?

Leider wurde Hönis Pancake in der Küche vergessen (und das meine ich wörtlich – er war wohl zubereitet, aber wurde nicht nach draußen gebracht), weswegen er ihn in der Rekordgeschwindigkeit von ungefähr fünf Minuten runterspachteln musste. Der tapfere Junge schaffte aber auch dies und so konnten wir den Weg zum Bambus Workshop einschlagen.

Dort war man von unserem Engagement und unserer Euphorie ein wenig verwundert (glaube ich zumindest), denn es brauchte eine Weile, bis sie sich sicher waren, wer denn nun genau den Workshop machen würde. Und wo. Und überhaupt.

Aber schließlich saßen wir in einem kleinen Pavillon auf Bambusmatten und brannten darauf anzufangen. (Also – ich brannte darauf. Anne, die gesundheitlich etwas angeschlagen war, hätte mich wohl in dem ein oder anderen Augenblick ganz gerne erwürgt. Ich entschuldige mich vielmals dafür. Aber hey – WIR WERDEN FRÖSCHE BASTELN!) Anne entschied schließlich wegen einem kleinem sprachlichen Missverständnis für uns alle, dass wir Frösche basteln würde.

Und schon gings los. Und es lief eigentlich ganz gut. Also, keiner von uns wird jemals einen Schönheitspreis für unsere handwerklichen Arbeiten bekommen – Höni scheiterte schon daran, das Ganze nicht spiegelverkehrt zu basteln 🙂 – aber es machte Spaß. Irgendwie. Und wenn es nur wegen den Aussprüchen unseres Coaches war, der öfter so etwas sagte wie “I make it look nice!”

Nach einer gefühlten Ewigkeit hatten wir dann aber jeder einen (mehr oder weniger erkennbaren) Frosch in der Hand. Selbst gemacht. Das war schon ein tolles Gefühl. Auch, wenn die Frösche in der Realität wohl wenig lebensfähig gewesen wären. Aber das ist einem ja egal, wenn es die eigenen Babys sind. 🙂

Wir fotografierten die Ergebnisse natürlich sofort und dann bekam ich von unserem Coach noch einen Vogel aus Bambus gebastelt. Ich hatte ein wenig Sorge, dass dies vielleicht ein gängiges Ritual zur Annäherung unter Laoten war – schließlich wollte ich nicht den Vogel annehmen und dann verlobt sein oder so etwas -, aber ablehnen wäre auch unhöflich gewesen. Ich bedankte mich natürlich auch artig. Und schön war der Bambusvogel

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Der Bambusvogel

allemal!

 

Ich stöberte noch ein wenig im Souvenirshop herum und kaufte sogar noch ein wenig laotischen Maulbeerentee. Und dann war es auch schon Zeit für uns, zurückzufahren. Wir verabschiedeten uns (ich zumindest mit schwerem Herzen) und dann stiegen wir aufs Boot.

Zurück in Luang Prabang – also, auf der richtigen Seite … also … zurück in der Stadt – beschlossen wir noch, uns in einem Schweizer Restaurant – Blue Lagoon – für Heiligabend einen Tisch zu reservieren, in der Hoffnung, dass es dort auch zünftige heimische Speisen gab. Und voila! Es gab Braten und es gab Fondue. Perfekt! Wir reservierten einen Tisch und zogen uns dann in unser Hotel zurück.

Und da wir ausgewachsene Partylöwen sind gab es auch noch ordentlich Stimmung auf dem Zimmer … mit Schattenspielereien, bevor wir komatös einschliefen. Weit vor 22 Uhr. YOLO!

Müde essen Seele auf – Luang Prabang, der erste Tag

Luang Prabang. Die ehemalige Hauptstadt Laos wurde mir von vielen Leuten, die ich auf meiner Reise kennengelernt hatte, sehr schmackhaft gemacht. Der erste Eindruck war jedoch erstmal laut und wenig beeindruckend. Kein Wunder, wenn man morgens zur Rush Hour ankommt.

Wir wanderten im Gänsemarsch zu unserem Hotel, der Villa Mahasok, die wir über Booking.com gefunden hatten. Wir wurden sehr freundlich empfangen und durften auch unser Gepäck bis zum Beziehen des Zimmers abstellen. Wir bekamen zwar kein Frühstück (schnüff), aber durften uns Tee und Kaffee nehmen. (Spoileralarm: Der Kaffee war nicht der Rede wert, der Tee dafür war okay.)

Danach kuschelten wir uns erst einmal in den Eingangsbereich des Hotels in die Sitzecke und verschnauften etwas (vorwiegend deswegen, weil es dort Steckdosen gab, die unsere armen Handys mit etwas Strom versorgen konnten). Dann hielten wir Kriegsrat, was wir denn bis mittags machen sollten. Auf große Aktivitäten hatte keiner von uns wirklich Lust und so beschlossen wir, uns erst einmal Frühstück zu besorgen. (Ich hatte mir als Proviant für die Busfahrt getrocknete Bananenchips gekauft, deren bloßer Anblick bei Anne – die Bananen verabscheute – vermutlich einen Brechreiz auslöste. Sorry nochmals dafür, aber sie waren so lecker! 🙂 )

Wir schlenderten also die zehn Minuten bis in das Stadtzentrum. Auf dem Weg nahm sich Höni ein Sandwich mit, das zuerst wie Fisch aussah, sich dann jedoch als Tofu entpuppte. Egal, hauptsache es schmeckt! Anschließend ließen wir uns von Tripadvisor zu einem Restaurant leiten, das angeblich Frühstück anbot. Es war in einer kleinen, malerischen Gasse gleich neben der Hauptstraße (falls dies die Hauptstraße war – zumindest die Straße, in der abends der Nachtmarkt abgehalten wurde) und wir waren die einzigen Gäste. Die Karte, die uns gebracht wurde, war sehr lecker, aber beinhaltete kein Frühstück.

Wir entschieden uns dafür, dann einfach etwas anderes zu bestellen, denn so langsam meldete sich doch deutlich der Hunger. Anne entschied sich für die Frühlingsrolle mit Pilzen. Ich wollte die Frühlingsrolle mit Avocado, doch leider gab es keine Avocados vorrätig. Also tat ich es Anne gleich und nahm die Pilze. Man(u) war ja flexibel!

Die Getränke, die wir bestellten, waren erfrischend, aber doch etwas sauer. Aber eben, sauer macht ja lustig (sorry, Anne, ich weiß, du hast so einen ähnlichen Witz in deinem Blog-Eintrag gemacht!) und das hatten wir nach dieser Nacht dringend nötig. Anne und Höni waren jedoch noch so fit, dass sie während dem Warten auf das Essen noch nacheinander auf die Jagd nach einem seltenen Pokemon (einem Aerodactyl – oder wie das auch immer geschrieben wird!) machten. Hut ab vor so viel Motivation. Ich blieb lieber sitzen und ließ mir die nicht-vorhandene Sonne ins Gesicht scheinen. (Aber natürlich waren es trotzdem 31°C! Danke Handy!)

Das Essen war sehr lecker und auf dem Rückweg zum Hotel nahmen wir uns noch ein paar süße Teilchen von einem französischen Cafe mit. (Spoileralarm: Dort gab ich in den folgenden Tagen doch recht viel Geld aus. Es war aber auch viel zu lecker!)

Zurück im Hotel wurde uns angeboten, dass wir auch im hinteren Teil des Hotels warten konnten. Dort gab es einen Seerosenteich mit ein paar Liegen. Da sagten wir natürlich nicht nein! Wir erhielten außerdem noch eine kleine Aufmerksamkeit des Hauses – einen Obstsalat und einen Fruchtshake. (Leider konnte Anne beides nicht so recht genießen, da in beidem Banane war.) Wir verbrachten die folgenden Stunden bis unser Zimmer fertig war damit zu lesen, zu plaudern… und eventuell holte ich ein paar Stunden Schlaf nach.

Schließlich war unser Zimmer soweit und wir waren hellauf begeistert bei dem Gedanken, endlich duschen zu können. (Die Nacht im Bus hatte doch ihre Spuren hinterlassen.) Also knobelten wir aus, wer zuerst ins Bad durfte und Anne war die Glückliche. Tja, doch sie hatte sich zu früh gefreut.

Die Dusche war an einer Wand im Badezimmer montiert, ohne Duschkabine oder ähnliches. Das Wasser sollte eigentlich einfach in eine Ecke in den Abfluss fließen.

Sollte.

Eigentlich.

Was es tatsächlich tat war, einfach nicht abzufließen, sondern immer höher zu steigen. Zum Glück hatte die Tür eine kleine Stufe, so dass zumindest der Schlafbereich nicht überflutet wurde. Annes Hilferuf entsprechend ging ich nach unten zur Rezeption und 20161219_142821versuchte dem Hotelangestellten begreiflich zu machen, dass der Abfluss verstopft war. Mit Händen und Füßen verstand er schließlich, was ich von ihm wollte und trat die Rettung an. (Natürlich machte ich sicher, dass Anne angezogen war, bevor ich ihn mit ins Zimmer nahm. 😉 ) Nach ein paar Minuten war die Misere behoben und das Badezimmer war wieder benutzbar.

 

Später hatten wir dann doch noch Bewegungsdrang und wollten den Mount Phousi besteigen, den heiligen Berg im Zentrum Luang Prabangs. Und wir wollten ihn nicht nur besteigen, nein! Wir wollten zudem noch schöne Sonnenuntergangsfotos machen, denn auf dem Gipfel sollte man eine tolle 360°-Panoramasicht haben. Wir holten uns noch Sandwiches, die wir dort oben verspeisen wollten, und machten uns auf dem Weg.

Als wir nach den ersten Stufen (bis ganz nach oben waren es 328!) auf einem kleinen Plateau ankamen, bemerkten wir ein Schild, das uns davon in Kenntnis setzte, dass man zum Besteigen des Berges Eintritt zahlten musste. Dies war zwar nicht viel (20.000 Kip, also ca. 2.50 Euro), aber irgendwie waren wir alle nicht sonderlich scharf darauf, dies zu berappen. Wir schmiedeten sogar Pläne, uns illegal durchs Dickicht nach oben zu schlagen, doch setzten wir dies nicht in die Tat um. 🙂 Ich verspeiste mein Sandwich einfach dort und wir machten uns auf den Rückweg.

(Die dummen Gesichter konnte Höni immer sehr gut einfangen. Danke dafür 🙂 )

Dann erinnerte sich Höni daran, dass es ja noch einen anderen Weg nach oben gab, bei dem es vielleicht niemanden gab, der Eintrittsgelder kassierte. Also gingen wir dort entlang. Und nein, wir hatten kein Glück – auch dort wollten die Leute Eintritt. ABER wir erlebten etwas viel besseres! Höni war eindeutig der Anziehungspunkt für junge Mönche und so wurde er nicht nur von einem, sondern gleich von zwei Mönchen hintereinander in ein Gespräch verwickelt. Anne und ich hielten uns dezent im Hintergrund, denn es war Mönchen nicht erlaubt, Frauen zu berühren. (Und wir hatten Angst, dass sie – wie Quirrel im ersten Harry Potter Teil – einfach zerbröselten, wenn sie es doch taten.) Lustigerweise erzählte uns ein paar Tage später ein ehemaliger Mönch, dass es Mönche gab, die das Mönch-sein verließen, um zu heiraten und Kinder zu bekommen. Und später wieder zurückkehrten, um wieder ein Mönch zu sein. Denn es war Mönchen – auch, wenn sie verheiratet waren – nicht erlaubt, ihre eigene Frau zu berühren. Verrückt! 🙂 (Höni war, glaub ich, derjenige, der diese Idee gar nicht so blöde fand. Wenn man irgendwann mal keinen Bock mehr auf seine Frau hatte, ging man einfach wieder zurück ins Kloster. Voila! 🙂 )

Es gab auf diesem Weg jedoch noch viele interessante Dinge zu sehen. Das Interessanteste für mich waren die vielen religiösen Statuen, die es zu sehen gab. Wir erkundeten sogar eine kleine Höhle mit einer Buddhastatue. Klein, aber oho! Dort gab es zudem die Möglichkeit einen kleinen Betrag für die Mönche zu spenden, die damit ihre Strom- und Wasserrechnungen bezahlten. Das tat ich natürlich. Als Gegenleistung durfte man sich einen Zettel mit seinem persönlichen Schicksal ziehen – ein wenig wie Horoskop, nur cooler. Mein Zettel sagte folgendes (laut einem netten Follower von mir auf Twitter, der mir dies übersetzte):

Während Höni mit dem zweiten jungen Mönch quatschte, traten Anne und ich schließlich den taktischen Rückzug an. Denn wir wurden von den fiesen Steckmücken, die dort auf dem Berg lauerten, hinterrücks angegriffen. Als Höni schließlich wieder zu uns stieß, beschlossen wir, den Abend noch in einem Restaurant ausklingen zu lassen.

Unsere Wahl fiel auf das Restaurant Sabaidee (Kingkitsarath Rd, habe leider keine genaue Adresse gefunden). Anne bestellte sich Suppe, ich bestellte mir eine Köstlichkeit namens mango sticky rice (vergleichbar mit Milchreis, aber mit Kokosnussmilch gekocht und mit Mangostücken verfeinert – ZUM NIEDERKNIEN LECKER!) und Höni blieb, als ganzer Kerl, beim Bier. Cheers!

Allzu alt wurden wir an diesem Abend jedoch nicht und so fielen wir schon relativ früh ins Bett. Ihr merkt schon – wir sind Partytiger! Das wird sich auch in den folgenden Beiträgen zeigen…

 

… nicht. 🙂

Ein Hoch auf unseren Busfahrer…

Wie ich im letzten Beitrag schon erwähnte, hatten wir für die Fahrt von Vientiane nach Luang Prabang (ca. 340 km) einen VIP Sleeping Bus gebucht. Wir wurden von einem Tuk Tuk eingesammelt, das daraufhin eine Weile durch die Stadt kurvte und noch mehr Gäste einsammelte. Schließlich ging es zum Busbahnhof, wo es kurze Verwirrung gab, weil nicht klar war, in welchen Bus man steigen musste. (In Laos gibt es Schriftzeichen, daher waren die an den Bussen angebrachten Schilder auch nicht wirklich hilfreich.)

Schließlich standen wir vor dem richtigen Bus und mussten noch eine Weile warten, bis wir einsteigen durften. Es gab für die Wartezeit sicherlich einen Grund, der aber weder kommuniziert wurde noch ersichtlich war. Aber daran muss man sich offenbar gewöhnen, wenn man auf Reisen ist. Zumindest konnten Anne und Höni noch mehr solcher Geschichten erzählen 🙂

Schlussendlich durften wir einsteigen und unsere Plätze (Schrägstrich Schlafkabinen) suchen gehen. Anne und Höni hatten eine gemeinsame Doppelliege. Ich hatte schon ein wenig Bedenken, dass ich den wenigen Platz mit einer völlig fremden Person teilen musste, doch zunächst war die Liege frei.

Irgendwann fuhren wir los und nachdem ich mich an das Ruckeln gewöhnt hatte, dauerte es nicht lange, bis ich einschlief.

Tja.

Zu früh gefreut.

Gegen Mitternacht hielten wir in Vang Vieng, um noch mehr Mitfahrer einzusammeln. Die restlichen Mitfahrer entpuppten sich als zwei Spanierinnen. Davon alleine wäre ich noch nicht aufgewacht, jedoch beschwerten sich die beiden Damen sehr lautstark beim Busfahrer. Und das machte mich dann doch munter.

Das ganze Problem bestand darin, dass die beiden Frauen nicht getrennt voneinander schlafen wollten. Sie bestanden darauf, dass der Busfahrer nun irgendeine Lösung aus seinem Hut zauberte, damit sie zusammen schlafen könnten. Schließlich war ihnen beim Buchen der Tickets genau das garantiert worden!11!!1!11!!!!

Die ganze Szene zog sich sehr lange hin. Die beiden keiften und wetterten sicherlich fünfzehn Minuten herum und weckten damit nicht nur mich, sondern auch alle anderen. (Bis auf Anne und Höni. Die schliefen fröhlich weiter 🙂 ) Auch ich drehte mich um und zog mir die Decke über den Kopf, um weiter zu schlafen, doch da tippte mir jemand auf die Schulter. Zunächst versuchte ich es zu ignorieren, doch es hörte nicht auf.

Also wandte ich mich um. Der Busfahrer stand verlegen vor mir und fragte mich in gebrochenem Englisch, ob ich bereit wäre, den Platz zu wechseln, damit die beiden Spanierinnen zusammen liegen könnten. Ich war gelinde gesagt ziemlich empört, denn beim Buchen bekam man feste Schlafplätze zugewiesen und ich lag definitiv auf dem richtigen Platz. Und die beiden Frauen hatten eben zu spät gebucht und konnten nicht zusammen liegen. Was das mit mir zu tun haben sollte, erschloss sich mir nicht. Und daher lehnte ich ab.

Zunächst.

Denn das Gekeife der Spanierinnen ging weiter und diesmal noch lauter und dreister als zuvor. Sie drohten sogar damit die Polizei zu rufen und machten deutlich, dass der Bus nicht weiterfahren würde, bis sie zusammen eine Liege gefunden hatten. Ich hörte mir dies ein paar weitere Minuten an, dann platzte mir die Hutschnur. Ich raunzte sie an, dass sie mein Bett haben könnten und zog eine Reihe weiter, wo ich mir schließlich die Liegefläche mit einer Amerikanerin teilte. Ich verbrachte die restlichen Stunden am äußersten Rand des Bettes gedrückt, um ja keinen ungewollten Körperkontakt mit einer fremden Person zu haben. (Wäre doch etwas zu merkwürdig gewesen.)

Wie ihr euch vorstellen könnt, bekam ich in dieser Nacht kaum Schlaf. Daher war ich auch eine der wenigen, die wach waren, als der Bus gegen drei Uhr morgens eine Rast machte. Eine andere Frau – eine Freundin der Amerikanerin, neben der ich lag – ging auf Toilette und kam dann ganz erstaunt zu unserem Bett. Sie sah, dass wir beide wach waren und meinte dann, dass – wenn wir Hunger hätten – es draußen kostenlose Hühnersuppe für uns gab. Das wäre offenbar im Preis inbegriffen.

Nachts.

Um drei Uhr.

Wir lehnten dankend ab.

Ich für meinen Teil war doch sehr froh, als die Fahrt morgens vorbei war und ich den Bus verlassen konnte. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, die beiden Spanierinnen noch einmal zur Rede zu stellen, was ihr unmögliches Benehmen betraf, doch leider sah ich sie nicht mehr.

Relativ müde und dezent grummelig verließ ich den Bus und musste meine nächtlichen Erlebnisse erst einmal mit Anne und Höni teilen. Nachdem wir unser Gepäck zurückbekommen hatten und auf Toilette gewesen waren, checkten wir aus, wo wir uns befanden und wo unser Hotel war. Es lag nur etwa 25 Minuten Fußweg entfernt, daher beschlossen wir, dorthin zu laufen. Was uns die einmalige Gelegenheit gab, den morgendlichen Rush-Hour-Verkehr in Luang Prabang hautnah mitzuerleben.

War eigentlich ganz nett 🙂

Im nächsten Beitrag geht es dann darum, was wir TATSÄCHLICH in Luang Prabang erlebt haben. Seid gespannt. Es war eine Menge!

“Es ist so warm hier!”

 

Der nächste Tag begann mit den üblichen Dingen – dem Aufwachen (was einigen von uns besser und einigen schlechter gefiel), der Grundhygenisierung aller beteiligten Expeditionsteilnehmer (also: Höni, Anne und mir) und einem ausgewogenen und reichhaltigen Frühstück. (Hier Gelächter einfügen.) Danach stürzten wir uns in die Wirren der Großstadt. (Hier weiteres Gelächter einfügen.) Unser erster Anlaufpunkt war das Customer Service Center von Lao Telecom, denn ich wollte mir eine laotische Simkarte zulegen. Wie sonst sollte man denn all die seltenen asiatischen Pokemon fangen, die eventuell auf den Straßen herumhüpften?

Eben!

Nachdem Höni uns sicher zum Ziel gebracht hatte, mussten wir aber erstmal den Eingang finden. Und das war tatsächlich erstmal schwieriger als gedacht. Aber schlussendlich hielt nicht nur ich, sondern auch Anne und Höni eine laotische Sim Karte in der Hand. Die netten Damen verkauften sie uns nicht nur, sondern richteten sie auch gleich mit Guthaben ein. (Ich weiß leider die genauen Kosten für die Sim Karte nicht mehr. Das Prepaid-Guthaben kostete allerdings 10.000 Kip für 1.5 GB für 7 Tage. Mehr als fair, würde ich sagen.) Toller Service – da passt der Name zum Programm!

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Danach widmeten wir uns dem Sightseeing. Nicht jedoch, ohne vorher in einem Supermarkt noch genügend Wasser einzukaufen. Denn, es waren schließlich mindestens 31°C (danke Handy!) und da muss man auf genügend Hydrierung achten. Anne und ich sind ja nicht umsonst Krankenschwestern. (Hust.) Ich muss gleich zugeben, dass mein Versprechen, die anderen beiden regelmäßig ans Trinken zu erinnern, nach hinten losging. Asche auf meine Tomaten.

Wir dümpelten also die Xang-Prachtstraße entlang in Richtung Patuxai, dem Triumphbogen der laotischen Hauptstadt. (Sieht so aus wie der Arc de Triomphe in Paris, nur viel, viel schöner.) Und, ich muss zugeben, so bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel ist das Ding noch 10 x beeindruckender. Wikipedia verrät mir gerade, dass der Monumentalbau 49 m hoch ist und tatsächlich unvollendet. Was mir persönlich nicht aufgefallen ist. (Was vermutlich mehr über mich, als über den Bau sagt.)

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Wir überlegten, ob wir nach oben steigen sollten, entschieden uns dann jedoch dagegen. Nicht wegen der Gebühr (die nicht allzu viel war – leider weiß ich auch nicht mehr, wie viel), sondern weil wir uns dachten, dass es beim Sonnenuntergang sicherlich noch viel imposanter wäre. Daher verschoben wir diesen Plan auf später. (Spoiler: Wir schafften es später auch nicht.)

Trotzdem schossen wir eine Menge Fotos und, wie Höni in seinem Beitrag über Vientiane so schön erwähnte, sagte ich wohl gefühlte drölfzig Mal, dass mir das Wetter in Laos so viel besser gefiel als in Vietnam. ABER ES WAR AUCH SO SCHÖN WARM!!! 31°!!!11!!1!!!11!!!

Kurze Zeit später trennten sich unsere Wege für kurze Zeit. (Ja, ich habe 2 x “kurze Zeit” geschrieben. Verklagt mich doch. 🙂 ) Höni hatte noch wichtige Dinge zu erledigen (wenn ich mich recht erinnere hieß das ungefähr 4 Pokemon-Arenen einzunehmen) und Anne & ich … keine Ahnung, was wollten wir eigentlich? Egal. Wir schlenderten durch die Straßen Vientianes und ich fing mein allererstes Pikachu. (Ihr habt jetzt nicht ernsthaft irgendetwas Sinnvolles erwartet, oder?) Darüber freute ich mich tatsächlich sehr. Und natürlich über das wunderschöne Wetter! 31°C!

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Siegeslächeln nach dem Fangen des 1. Picachus (Pikachus?)

Wenig später trafen wir wieder mit Höni zusammen. Bei Swensens, das nun (zumindest in Vientiane) zu meiner Lieblingseisdiele wurde. Am liebsten hätte ich die gesamte Karte rauf und runter gefressen, aber ich hielt mich zurück und bestellte nur einen Malteser-Eisbecher. Und, wenn ich mich recht entsinne, eine Waffel. Oder so. (Ihr merkt, meine Erinnerungen sind dezent eingetrübt. Ich beschuldige Anne und Höni und den Alkoholkonsum, zu dem sie mich verleitet haben 🙂 )

Und ja, ich habe mich sehr viel und lautstark über das schöne Wetter gefreut, aber nun verrate ich euch ein Geheimnis. Höni hat noch Tage später von seinem Brownie geschwärmt, der in einer kochenden Schokoladensauce lag und von einer Vanilleeiskugel gekrönt wurde. 🙂

Aber natürlich hatte das schöne Wetter auch seine Schattenseiten. So zum Beispiel entdeckte ich am Abend, dass ich mir einen Sonnenbrand eingehandelt hatte. Ich schoss ein Deko… Dekole… Dekollet… BRUSTSELFIE, um mich davon zu überzeugen, dass es gar nicht so schlimm war und fiel fast aus den Schuhen. Auf dem Foto sah es so aus, als wäre ich im Solarium eingeschlafen. Für etwa fünf Stunden. Allerdings (so klärte mich Höni auf) könnte es daran liegen, dass ich ein grünes Shirt anhatte, was die Röte auf dem Foto verstärkt haben könnte. Also musste Anne mit ihrem rosa Shirt als Kontrast dagegenhalten und voila – auf einmal sah es gar nicht mehr so schlimm aus. Science, bitch!

Egal.

Am späten Nachmittag machten wir dann noch einen Promenadenspaziergang, weil wir – wie schon erwähnt – uns eigentlich vorgenommen hatten, auf dem Triumphbogen den Sonnenuntergang anzusehen. Da wir jedoch ein wenig zu sehr bummelten und weil wir so viel fotografierten (und / oder Pokemon jagten… eventuell 🙂 ), beschlossen wir relativ schnell, den Plan aufzugeben.

Ich muss zugeben, dass ich die laotische Hauptstadt so viel schöner fand, als zuerst gedacht. Von allen Leuten, die ich getroffen hatte und die schon in Vientiane gewesen waren, habe ich nur Schlechtes gehört. Ich persönlich empfand die Stadt jedoch als extrem angenehm, nett entschleunigt und mit wirklich schönen Ecken. (Wenn man diese denn sehen wollte.) Und deswegen hatte ich an jeder Ecke was zu fotografieren.

Ich entschloss mich noch spontan dafür, mir die Augenbrauen wieder in Form waxen zu lassen. Höni und Anne gingen derweil in ein Cafe um die Ecke, während ich mir von einer sehr netten Dame für wenig Geld (ich glaube, es waren umgerechnet 2,50 Euro) die überflüssigen Haare (und davon gab es viel!) entfernen ließ. Ich bin nämlich ein Augenbrauenzupflegastheniker. Als ich es das letzte Mal alleine versuchte, hatte ich links keine Augenbraue mehr. Und da ich nette Urlaubserinnerungen haben wollte, überließ ich es diesmal den Profis. Und das war eine verdammt gute Entscheidung.

Überglücklich hüpfte ich zurück zu meiner Gruppe, die das Ergebnis gebührend bewunderten. (Grillenzirpen.)

Irgendwann in dieser Zeit buchten wir auch noch bei einem Hostel an der Hauptstraße unseren Nachtbus nach Luang Prabang. Der Typ, der die Buchung entgegennahm, fragte uns noch, ob wir zusammen schlafen wollten. Wir nahmen an, dass er uns gerade anbot, uns zu dritt auf eine 2-Personen-Liege zu quetschen, weswegen wir ablehnten. Ein folgenschwerer Fehler… den wir jedoch erst während der Busfahrt realisierten. Aber ich greife vor.

Wir ließen den Abend bei einem extrem leckeren Abendessen bei Zahid ausklingen, wo idsc02900ch einen sehr leckeren Mango Lassie (danke Höni nochmal für diese Sucht!) und einem Falafal verputzte. Der Laden wirkte von außen wenig vertrauenserweckend (von der Gasse, in der das Restaurant liegt will ich gar nicht erst anfangen), aber das Essen überzeugte auf ganzer Linie und auch der Chef hatte Charakter. (Das ist das nette Wort, richtig?)

Und so endete mein erster “richtiger” Tag in Vientiane. Und ich hatte jede Sekunde genossen. UND ES WAR SO WARM!!!

Der nächste Tag begann ebenso warm (natürlich 31°C) und dem Zusammenpacken unserer Habseligkeiten. Und ich staunte darüber, wie viele Dinge in die Rucksäcke von Anne und Höni passten! Das nenne ich mal gut strukturiert (ja, ich höre die beiden bei diesem Satz bis hierhin lachen), aber vermutlich ist ein großer Teil davon einfach Routine. Wenn man seit 10 Monaten aus seinem Rucksack lebt, weiß man vermutlich einfach, was und wo da alles reinpasst. Im Zuge dieser Einpackaktion zeigte mir Anne auch, dass mein Rucksack (den ich immerhin schon seit über sechs Monaten mein Eigentum nenne) auch eine integrierte Regenhülle hatte. Ich liebe Überraschungen!

Und dann entdeckten wir, dass unsere Rucksäcke (beide von Deuter) von hinten aussehen wie Frösche. Oder wie … aber seht selbst:

 

Wir frühstückten und checkten aus (unerwarteterweise problemlos – die Probleme beim Check In könnt ihr hier nachlesen) und brachten unser Gepäck zum Hostel, bei dem wir den Bus gebucht hatten. Weil wir alle irgendwie müde waren (und Höni seinen Blogbeitrag zu Ende schreiben wollte) machten wir uns auf die Suche nach einem netten Cafe. Und wurden fündig. Das Comma Coffee war eine wunderbare Ruheoase, in der wir tatsächlich relativ lange zubrachten, bloggten, wunderbaren Kaffee (oder andere Getränke) zu uns nahmen und auch ein wenig herumblödelten. Natürlich ließen wir es uns auch nicht nehmen, uns mit Kreide auf den Wänden zu verewigen.

Jetzt gerade fällt mir ein, dass es eventuell sein könnte, dass Höni erst an diesem Tag aufzog, um die Pokemonarenen einzunehmen. Und eventuell fing ich auch erst an diesem Tag mein erstes Pikachu. Aber ich bin mir nicht mehr 100%ig sicher.

Egal.

Auf jeden Fall landeten wir gegen Nachmittag wieder bei Swensons. Wir schlemmten erneut in den tollsten Eiskreationen und genossen das herrliche Wetter. (31°C!) Wenig später kamen Ellena und Lisa hinzu und wir quatschten (mal wieder) über Gott und die Welt. Schließlich beschlossen wir, noch gemeinsam essen zu gehen – und wo könnte man besser essen gehen als bei Zahid?

Wir schlemmten und scherzten und tranken (na gut, “wir” nicht, weil wir schließlich noch 12h-Busfahrt vor uns hatten… aber Lisa und Ellena ließen sich das Beer Lao gut schmecken) und als wir uns schließlich trennten, waren wir gut vollgefressen. (Ich zumindest.) Wir versorgten uns trotzdem noch kurz mit ein paar Kleinigkeiten für die anstehende Fahrt und machten uns dann auf den Weg zum Hostel.

Dort sorgten wir noch kurz für die nötige Grundhygenisierung (bisschen Wasser ins Gesicht, bisschen Hände waschen, Zähneputzen, fertig) und warteten darauf, dass wir abgeholt wurden.

Aber davon erzähl ich euch dann im nächsten Beitrag. In dem geht’s nämlich nach Luang Prabang, wo wir ganze 6 Nächte verbrachten. Seit gespannt!

PS: WordPress hat gerade keine Lust, mehr Bilder hochzuladen. Ich versuchs später nochmal. Solltet ihr dies hier später lesen, ignoriert es einfach. Außer, ihr seht immernoch nicht viele Bilder. Dann kommt später wieder. Oder so.

31 Grad und es wird noch heißer…

Gewöhnt euch schon mal an die 31°C. (Tut man ja gerne, wenn es draußen Minustemperaturen hat, nicht wahr?) Denn egal, welches Wetter herrschte – mein Handy beharrte auf seinen 31°C. Immer. Und überall. Und auch, wenn klar war, dass es draußen eben eindeutig keine 31 Grad hatte. Daher ist Laos für mich inzwischen nicht mehr das Land der Millionen Elefanten, sondern das Land der 31°-Außentemperatur. Wenig mystisch, dafür umso lustiger.

Inzwischen bin ich tatsächlich wieder zurück in Deutschland (schnüff), aber das konntet ihr euch nach dieser langen Blogpause sicherlich schon denken. Also verzeiht mir, wenn meine Erinnerungen an meine 12 Tage Laos inzwischen etwas eingetrübt sind. Aber ich habe ja genug Fotos, um mich zurückerinnern zu können. Achja, und natürlich Anne und Höni.

Anne ist, wie ihr inzwischen mitbekommen haben dürft, meine allerbesteste Freundin auf dieser Welt – und in der gondeln sie und ihr Freund Höni (nein, er heißt nicht so, aber er ist wie Batman – er versteckt seine wahre Identität 🙂 ) auch schon seit 11 Monaten herum. Sie bloggen übrigens parallel über unsere gemeinsame Zeit in Laos, also könnt ihr auch auf ihrem Blog mal vorbeisehen. Und wie immer, wenn es mehrere Versionen einer Geschichte gibt, liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen… (dramatische Musik)

So, wo waren wir denn?

Achja. Ich hatte die zwei Flüge gut überstanden und war inzwischen in Vientiane, der Hauptstadt Laos, angekommen.

Kurz ein paar Worte zu Vientiane. Seit 1975 ist Vientiane (“Wjientjan”) die Hauptstadt der Demokratischen Volksrepublik Laos. Dort leben ca. 350.000 Einwohner. (Mir persönlich kamen es jedoch viel weniger vor!) Vientiane ist die international gängige Schreibweise und noch ein Überbleibsel der französischen Kolonialherrschaft. Der laotische Name ist Vieng Chan und bedeutet “Stadt des Sandelholzes” oder “Stadt des Mondes”. (Das liebe ich ja so an Asien. Da haben alle Namen irgendwelche tollen Bedeutungen. Da sollten sich die Deutschen mal eine Scheibe von abschneiden. Oder kann mir jemand die tiefere Bedeutung von Namen wie “Sexau”, “Wanne-Eickel” oder “Poppenhausen” erklären? Na ja, gut. Ich schweife ab. Sorry.)

Dadurch, dass Vientiane 1887 französisches Protektorat und somit ein Teil von Französisch-Indochina wurde, ist die Architektur (und auch das Essen – oh, diese Baguettes!!!) recht französisch geprägt. Und das, obwohl die Franzosen Laos nicht so recht interessierte, weil sie sich auf Vietnam konzentrierten. (Tja, sowas passiert eben, wenn man das einzige Land in Südostasien ohne direkten Meerzugang ist! … Na gut. Scherz.) 1945 erklärte sich das Königreich Laos gegen den Widerstand von Frankreich als unabhängig.

So. Da saß ich nun. Im Taxi auf dem Weg zum Hotel, in dem Anne und Höni schon auf mich warteten. Der Taxifahrer war sicherlich etwas verwundert, woher die müde aussehende Deutsche auf seinem Rücksitz die Kraftreserven nahm, so hibbelig herumzurutschen, die vorbeiziehende “Landschaft” (also: Häuser) anzusehen und gleichzeitig alle paar Minuten auf ihr Handy zu glotzen. (Nicht, dass dies irgendetwas gebracht hätte – ich hatte nämlich keine laotische Sim-Karte.) Tatsächlich war ich so nervös, wie ich es sonst nur vor ersten Dates oder Vorstellungsgesprächen zu sein pflegte. Aber dies übertraf solche Banalitäten in ihrer Wichtigkeit natürlich um einiges. ICH WÜRDE NACH ZEHN LANGEN MONATEN ENDLICH MEIN ANNEHASE WIEDERSEHEN!

Ähem.

Entschuldigung. Es geht wieder.

Schließlich stoppte das Taxi (die Fahrt hatte nicht wirklich lange gedauert) und schon hatte ich meinen Rucksack wieder auf dem Rücken. Und kaum hatte ich mich vom Taxi abgewandt, konnte ich schon Anne in die Arme schließen. Rückblickend betrachtet ist die gesamte Szene in Weichzeichner getaucht, während wir in Zeitlupe auf einer Blumenwiese aufeinander zurannten und uns heulend in die Arme schlossen. Und GENAU SO IST ES AUCH ABGELAUFEN! Und niemand kann mir diese Erinnerung nehmen. Pöh.

Tatsächlich waren wir auf einer semi-sauberen Straße vor einem Baustellenzaun, während der Verkehr an uns vorbeidüste und uns der Taxifahrer grinsend beobachtete. Aber zumindest die Tränen kamen wirklich vor. Und nein, es gibt tatsächlich weder Ton- noch Videobeweis dieser Zusammenführung. Besser so, da sonst Annes Street Skillz vermutlich erheblichen Schaden genommen hätten.

Nachdem wir uns wieder halbwegs gefangen hatten, zeigte mir Anne unser gemeinsames Zimmer. (Normalerweise würde ich jetzt ein paar schmutzige Witze darüber reißen, dass ich während der gesamten Zeit in Laos das Zimmer mit einem Pärchen geteilt habe, aber aus Rücksicht auf eventuelle Familienangehörige, die dies hier lesen, lasse ich sie bleiben. You are welcome.) Zuvor bemerkte ich eine weitere Besonderheit hier in Laos. Man zieht die Schuhe aus, bevor man ein Gebäude betritt. Und so durfte ich mich erstmal aus meinen Turnschuhen quälen – ein olfaktorischer Genuss für Menschen aller Altersstufen.

Im erstaunlich geräumigen und schlichten Zimmer angekommen begrüßte ich erst einmal Höni. Den hatte ich schließlich auch seit zehn Monaten nicht gesehen. Aber wir beschränkten uns auf eine männlich-anmutende Umarmung und ließen die Tränen lieber weg. (Obwohl ich glaube, ich konnte die ein oder andere Träne in Hönis Augenwinkeln aufblitzen sehen, als Anne und ich anfingen loszuschnattern. Aber das waren sicherlich auch nur Freudentränen…)

Wenig später zogen wir los, um unseren Bierdurst – und unseren Hunger (eine Körperreaktion, die ich in den vergangenen zehn Tagen in Vietnam perfektioniert hatte – alle drei Stunden wollte ich gefüttert werden) – zu stillen. Unsere Wahl fiel auf den “Ban Lao Beer Garden” (Rue Francois Ngin, Vientiane) und das eigentlich auch nur, weil wir Bier für 10.000 Kip (ca. 1.15 Euro) trinken wollten. (Mea culpa!)

Beer Lao ist das Bier der einzigen Brauerei in Laos und hat (vor allem bedingt durch hohe Importzölle) einen Marktanteil von 98%. Prost, würde ich mal sagen!

Im Biergarten lernte ich dann auch Ellena und Lisa kennen, die Höni und Anne auf ihrer nächtlichen Busfahrt nach Vientiane aufgegabelt hatten. Wir hatten ein paar extrem vergnügliche Stunden beim Quatschen (auch wenn man Schwedinnen niemals eine Waffe in die Hand geben sollten – das nur so am Rande 🙂 )  und auch mit dem zum Dessert bestellten Pancake konnte man durchaus seinen Spaß haben…

Danach zogen wir noch weiter in eine Bar, in der wir unserem Bierdurst weiter fröhnen konnten. (Gut, ich muss zugeben, dass ich auf Cola umstieg. Aber ich bin ja auch eine Pussy.) Die Bar wirkte auf den ersten Blick wie eine ganz normale Standardbar, wie man sie auch in Berlin oder München finden konnte. Was anders war, waren die Europäer, die versuchten, bei den einheimischen Mädels zu punkten. Und da wurden wirklich alle Register gezogen. Leider saßen Anne und ich in der falschen Richtung, um das Schauspiel wirklich genießen zu können, doch wurden wir von den anderen stetig auf dem laufenden gehalten. Zudem versüßten uns unsere Nachbarn am Tisch nebendran den Abend mit ein paar gegröhlten laotischen (?) Pop(?)Liedern(?).
Irgendwann waren wir (das hieß – vorwiegend Anne und ich, die anderen hätten wohl noch stundenlang dem Treiben zusehen können) dann doch etwas müde und schlugen den Weg zum Hotel ein, wo wir in unsere Betten fielen und einschliefen.

Was wir in Vientiane sonst noch so getrieben haben, erzähle ich im nächsten Beitrag 😊

Adios Regen, adios Danang, adios Vietnam!

​Der nächste Morgen begann mit dem innigen Wunsch, dass es endlich nicht mehr regnete.

Bitte bitte bitte.

Dieses inständige Hoffen verfolgte mich, während ich aufstand, mich duschte, mich anzog und nach unten zum Frühstück ging. (Das Zimmer hatte kein Fenster.)

Doch kaum hatte ich den Fuß der Treppe erreicht, von wo aus man einen perfekten Blick nach draußen hatte, zeigte sich die traurige – und in diesem Falle auch nasse – Realität. Regen.

Regen. Regen. Regen.

Ich rang mir ein müdes Lächeln ab und bestellte eine doppelte Portion Frühstück.

Nachdem ich vorläufig gesättigt war, packte ich meinen Rest Klamotten zusammen, checkte aus (und bekam meinen Ausweis wieder) und ließ mir ein Taxi zum Flughafen rufen.

Denn heute – heute! – flog ich nach Laos, genauer gesagt nach Vientiane, um nach zehn LANGEN Monaten ENDLICH meine beste Freundin – mein über alles geliebtes Annihasi – wiederzusehen. Und ihren Freund Höni natürlich 😉

Der Taxifahrer wartete schön im Auto, während ich mein Gepäck im Regen zum Auto brachte. Erst als ich unmissverständlich zum Ausdruck brachte, dass ich meinen Rucksack gerne in den Kofferraum legen würde, stieg er aus und half mir. Und ließ mir erstmal den Kofferraumdeckel auf die Stirn fallen. (Ich gab am Schluss kein Trinkgeld. Sorry, aber…)

Die Fahrt zum Flughafen war ansonsten ereignislos. Ich schrieb immer aufgeregtere Nachrichten mit Anne und konnte mir, trotz Beule an der Stirn, das Grinsen nicht aus dem Gesicht wischen. Zudem konnte ich es kaum erwarten ENDLICH DIESEN VERDAMMTEN REGEN HINTER MIR ZU LASSEN.

Ich checkte für meinen ersten Flug von Danang nach Hanoi ein. Ich bekam den Ausreisestempel in den Pass gedrückt und passierte die Sicherheitskontrolle. Und dann hatte ich erstmal Bock auf Kaffee. Also holte ich mir einen iced irgendwas Kaffee bei Highland Coffee, der eigentlich ganz gut schmeckte bis … ja, bis ich auf etwas geleeartiges biss. Das kam mir schon etwas komisch vor, aber ich wollte nicht weiter darüber nachdenken. Doch beim nächsten Schluck waren da noch mehr geleeartige Dinger in meinem Mund.

Ich fragte nach, was das denn wäre und bekam die einzig logische Antwort: “Jellybeans!”. Ja klar. Jellybeans! Hätte ich auch von selbst draufkommen können. Pack ich ja selbst auch immer pfundweise in meinen Kaffee.
WHAT THE FUCK IS WRONG WITH YOU GUYS?

Ähem.

Sorry. Aber das war wirklich mein erster Gedanke. Ich trank ungefähr die Hälfte und dann konnte ich das Rumgeschlonze in meinem Mund nicht mehr ertragen. 

Weil ich immernoch Bargeld einstecken hatte, kaufte ich mir noch eine Hose. Über die Bezeichnung dieser Hose kann man sich streiten. Ich hörte diverse Begriffe dafür. “Plunderhose” oder “Aladdinhose” trifft es wohl am besten. Und vor allem am jugendfreiesten. Übrigens trage ich hier Größe M. War auch nur wenig deprimierend.

Und dann war es auch schon Zeit zum boarden. Der Flug mit Vietnam Airlines war extrem gut trotz schlechten Wetter. 
In Hanoi durfte ich erstmal mein Aufgabegepäck wieder zusammensuchen, weil das nicht einfach zum nächsten Flug durchgecheckt wurde. Das ging jedoch deutlich schneller als gedacht – zum Glück ist mein Rucksack mit der giftgrünen Farbe so auffällig. Und dann war ich erstmal verwirrt. Ich wollte bei Lao Airlines einchecken für meinen Weiterflug nach Vientiane (“Wientjan” gesprochen übrigens). Doch… auf der Abflugtafel standen nur landesweite Flüge. Ich durchkämmte den Flughafen von vorne nach hinten und wieder zurück und fand nichts.

So langsam machte sich dezente Panik breit. (Und das obwohl ich noch über 4 h Zeit hatte.) Schließlich nahm ich all meinen Mut zusammen und fragte einfach bei der tourist information nach. Und siehe da! Ich musste einfach den kostenlosen Shuttlebus zum anderen Terminal nehmen, von wo aus die internationalen Flüge operierten.

Tja. Hätte man sich denken können.

Ich musste eine Weile auf den Bus warten, aber dann gings zügig. Rüberfahren, einchecken, Sicherheitskontrolle. Bam! Sehr gut, denn so langsam machte sich nagender Hunger breit. Kurz streiften meine Gedanken die Kannibalisidee (ein paar der anderen Wartenden sahen sehr lecker aus), doch dann fand ich einen Sandwichladen. Dort holte ich mir ein chicken sandwich und einen Apfelsaft. 

War lecker soweit, aber in meinem Hühnchensandwich war auch noch eine dicke Schicht Thunfisch. Ich aß trotzdem auf, denn schließlich hatte ich dafür gezahlt!
Danach holte ich mir bei Burger King noch ein Eis mit Karamellsauce. Das war extrem lecker. (Hier einen Sabbersmiley einfügen.)

Der nächste Flug mit Lao Air war dafür nicht so angenehm. Es gab ziemliche Turbulenzen und insgesamt wirkte die ganze Crew nicht ganz so geschult. Auch wirkte die Einrichtung, vor allem die Sitze und die Bildschirme, dezent abgeranzt.
Aber gut. Auch dieser Flug war nach einer knappen Stunde vorbei und wir landeten auf laotischen Boden. (Ich schickte ein kurzes Dankgebet zum Himmel.)

Die Sache mit dem Visum lief dann noch ein wenig komplizierter. Vor allem, weil ich das System erst nicht kapierte. Aber irgendwann – und nach Zahlung der 30 USD – hatte ich dann doch das wunderschöne, eine Seite füllende laotische Visum in meinem Reisepass kleben. (Es ist wirklich schön!)

Mein Gepäck wartete schon auf mich und frohen Mutes zog ich los in die Eingangshalle. Der Geldautomat funktionierte zwar nicht, aber Anne hatte mir schon geschrieben, dass ich den Taxigutschein auch mit USD bezahlen konnte. (Man musste hier nämlich einen Taxigutschein am Schalter kaufen. Wir vermuten ja, dass dies als Gegenmaßnahme zum Touristen-mit-gezinkten-Taxameter-abzocken diente.) Dort blechte ich also meine 7 USD und stieg ins Taxi. 

Auf die Fahrt zu meiner lieben Anne! 😍 

Aber davon erzähl ich euch dann im nächsten Beitrag. Jetzt gehen wir erstmal ein Bierchen trinken 🙂

“Der verzweifelte Versuch einer 27Jährigen, in Danang Sightseeing zu machen” oder: “Das große Scheitern”

Als ich am nächsten Morgen gegen sieben aufwachte regnete es noch immer. Das war dann auch der Grund, weswegen ich mich lieber nochmal umdrehte und bis gegen halb zehn Uhr schlief. Vermutlich hätte ich auch den ganzen Tag verpennt, doch die Putzfrau kam rein und begann, die Betten der heute Abgereisten abzuziehen.

Ich machte mich fertig und schlappte nach unten an die Rezeption. Ich hatte einen Plan. Ich würde mir ein Fahrrad ausleihen, einen Regenschutz kaufen und damit dann die Stadt erkunden. Es klang wie ein idiotensicherer Plan. Was konnte schon schief gehen?

Die Blicke der Angestellten, als ich nach einem Fahrrad fragte, hätte mir schon Warnung genug sein sollen. Schließlich brachte mich eine von ihnen zögernd in den Hinterhof, in dem Scooter und ein paar wenige Fahrräder standen. Ich sollte die Räder einfach nacheinander ausprobieren, um zu sehen, welches noch funktioniert. In der Regenzeit werden sie nämlich nicht gewartet, weil sie eh niemand ausleihen würde. Bis auf mich natürlich.

Das erste Fahrrad hatte keine funktionierenden Bremsen. Beim zweiten war die Kette so verrostet, dass sie brach, als ich das Fahrrad nach vorne schob. Beim dritten und letzten “fehlte nur etwas Luft” in den Reifen. Ich ließ mir den Weg zur nächsten “Tankstelle” erklären, wo ich das gratis auffüllen lassen konnte und schob los.

Dort angekommen (bei nur wenig Regen übrigens) ließ ich mir die Reifen aufpumpen und fuhr los. Nach einer Minute fuhr ich praktisch wieder auf der Felge, denn offenbar war einfach nur der Reifen im Arsch.

Angenervt brachte ich das Fahrrad zurück und bestellte mir im Hostel erstmal einen Cappuchino, um mir einen neuen Plan zu überlegen. Laufen fiel weg, weil es inzwischen wieder aus Kübeln schüttete.

Ich beschloss erst einmal etwas essen zu gehen und machte mich auf den Weg zum altbewährten Art House Restaurant. Dort bestellte ich Pancakes (auf herzhafte Art) und bekam das hier:

Ohne Erklärung, was das weiße zusammengerollte Ding da unten auf dem Teller war. Ich war auch nicht in der Stimmung um nachzufragen, also fing ich einfach so an zu essen. Nachdem ich den ersten Pancake verputzt hatte, kam der nette Kellner auf mich zu und erklärte mir, dass ich den Pancake klein schneiden und in das Reispapier (das war das weiße) einrollen musste. Und dann konnte ich es mit der Hand essen.

Oh.

Äh. Klar. Wusste ich doch. Hahahaha.

Ups.

Nachdem ich den zweiten Pancake vorschriftsmäßig gegessen hatte (was lustigerweise wirklich viel besser schmeckte) hatte ich einen Entschluss gefasst. Ich würde heute Sightseeing machen. Komme, was wolle!

Also ließ ich mir vom Kellner ein Taxi rufen und zahlte bis zum Han Market (119 Tran Phu, Hai Chau District) ungefähr 50.000 VND (ca. 2 Euro). Da merkte ich mal wieder, dass ich einfach kein Fan von Märkten war. Ich habe immer das Gefühl, dass ich mir keine Zeit zum “nur schauen” nehmen darf und am besten gleich alles kaufen sollte.

Aber was ich wirklich brauchte war ein Regenschirm. Im oberen Stock (im unteren gab es nur Lebensmittel) fand ich schließlich einen am Stand einer älteren Dame. Sie wollte 100.000 VND (ca. 4,20 Euro) dafür haben. Aber ha! Ich hatte in meinem Reiseführer gelesen, dass handeln hier zum guten Ton gehörte und schlug 80.000 VND (ca. 3,40 Euro) vor. Sie wollte 90.000 VND. Ich schlug 85.000 VND vor. (Mehr hatte ich in kleinen Scheinen nämlich gar nicht dabei.) Da zeigte die Dame auf ein Schild, auf dem “BITTE NICHT HANDELN!” (auf englisch und vietnamesisch) stand.

Tja. Danke Reiseführer. Von wegen “Handeln ist erwünscht!”. 

Ich reichte der Dame in Ermangelung kleinerer Scheinen einen 500.000 VND – Schein und sah zu, wie sie zehn Minuten über den Markt irrte, bis sie jemanden fand, der ihr dies wechseln konnte. 

Danach zog ich weiter zum “best coconut coffee in town“. Diesen gab – und gibt – es im “Cong Caphe” (96 Bach Dang). Wenn man eintritt wird man von etwas erschlagen, das in einer Bewertung liebevoll als “Kommunistenkitsch, aber sehenswert” beschrieben wurde. So sehenswert, dass es inzwischen schon 10 Filialen landesweit gibt. Das Cafe sieht praktisch so aus, wie man sich ein Cafe in der Zeit des Vietnamkrieges vorstellt. Die Bedienungen tragen Uniform und es gibt sogar einen Strafgefangenenkäfig, in dem man sitzen und seinen Kaffee genießen kann.
Ich bestellte den coconut coffee und noch Erdnusssnacks. Beides war wirklich sehr lecker und ich würde einen Besuch in diesem Cafe – wenn schon nicht für die Atmosphäre, dann für den Kokosnusskaffee – empfehlen.

Danach hatte ich Bock auf etwas Kultur und machte mich auf den Weg zum Cham-Museum. Oder, um es präzise auszudrücken, zum “Museum of Cham Sculpture” (22 Thang, Hai Cha District). 

Kurzer Exkurs, was die Cham überhaupt waren oder sind. (Ich wusste das nämlich auch nicht.) Die Cham sind ein Reisbauernvolk, verbreitet in Kambodscha, Vietnam, Thailand und Laos. Sie sind Nachfahren des ehemalig bedeutenden Königreichs Champa. Heute leben noch ca. 150000 Cham in Vietnam.

Das Museum war tatsächlich auch für Kunstbanausen wie mich beeindruckend und ich verbrachte eine durchaus vergnügliche Stunde dort. Die Erklärungen an den einzelnen Exponaten waren in Englisch und so war es auch für nicht-vietnamesisch-sprechende Menschen wie mich verständlich.

Danach ließ ich mich von einem Taxi wieder zurück ins Hostel kutschieren und verbrachte den Nachmittag damit meinen Blog zu pflegen.

Am Abend wollte ich mir dann noch was gönnen und ließ mich im “La Spa” (129 Tran Hung Dao Street) 90 Minuten lang durchkneten. Da man ja eh keine vietnamesische Währung ins Ausland mitnehmen durfte und ich am nächsten Tag eh nach Laos flog, machte ich einen auf dicke Hose und zahlte umgerechnet 10 Euro dafür. 😎 (Die Atmosphäre war nicht so geil, dafür war die Massage wirklich, wirklich gut!)


Danach war ich (trotz Regen) wirklich zufrieden mit der Welt und spachtelte noch einen Burger im Hostel, bevor ich schlafen ging.
Es war ja auch schon 21 Uhr.
(Sorry, wenn ich ein wenig angenervt klinge in diesem Beitrag. Aber der Regen ging mir echt auf die Nüsse…)

(Hier einen lustigen Titel über noch mehr Regen einfügen)

Am nächsten Morgen – der für meinen Geschmack viel zu früh anbrach – brauchte ich etwas, um aus dem Bett zu kommen. Das lag nicht nur am Bier von letzter Nacht, sondern vorwiegend daran, dass es meiner Motivation nicht gerade förderlich war, dass es noch immer (oder schon wieder?) aus Kübeln schüttete.

Was mich dann jedoch relativ schnell aus dem Bett brachte, war die Tatsache, dass ich das Fenster offengelassen hatte und nun der halbe Boden unter Wasser stand. Mein Glück war, dass es sich um Fliesen handelte. Ich benutzte also sämtliche Handtücher, die ich entbehren konnte, um die Sauerei aufzuwischen (was länger brauchte, als ich gedacht hätte…)

Dann beschloss ich erstmal duschen und frühstücken zu gehen. Diesmal bekam ich sogar die vollständige Karte und bestellte mir hot chocolate, Cornflakes mit Milch und banana pancakes with chocolate. Dazu holte ich mir noch einen Saft und einen Obstteller. Ich liebe Gratisfrühstück! (Die Cornflakes und die heiße Schokolade waren so lala. Ich glaube, alles was mit Milch zubereitet wird, liegt den Vietnamesen nicht so. Der Rest war dafür sehr gut.)


Satt und zufrieden packte ich den Rest meiner Sachen zusammen und legte den Rest des Bodens trocken. Dann checkte ich aus und ließ mir von der Rezeption ein Taxi rufen. Die nette Hotelangestellte fragte mich noch, ob ich denn ein Review für Tripadvisor schreiben würde… und das werde ich wohl auch noch tun, denn ich war wirklich sehr zufrieden gewesen.

Der Weg zum Bahnhof war kurz und unspektakulär. Und wieder erwies ich mich als sehr deutsch und war 40 Minuten vor Abfahrt dort. Ich wurde von einem netten Bahnangestellten in die Wartehalle geleitet, wo ich mir die Zeit damit vertrieb, mir die anderen Reisenden anzusehen. Und es ist tatsächlich sehr tröstend, dass alle anderen “Ausländer” (die erkannte man ja meist recht zügig) auch ein wenig überfordert mit dem öffentlichen Verkehr hier wirkten. Man kommt sich so vor, als gäbe es Regeln, die jeder kennt, aber man selbst nicht. Zum Glück kommt man ganz gut durch, wenn man einfach mit dem flow geht…

Der Zug traf nur zwanzig Minuten verspätet ein. Lustigerweise wurde die Tür zum Bahnsteig erst kurz vorher geöffnet (vermutlich um zu verhindern, dass Massen an Touris orientierungslos durch die Gegend irrten). Am Bahnsteig gab es dann noch ein buntes Sammelsurium an Geschäften, in denen man von Reispapier bis Katzenfutter alles kaufen konnte. Vor einem dieser Geschäfte war eine hübsche kleine rotgetigerte Katze angebunden, die kläglich miaute. Und ich hoffe bis heute, dass sie dort zum Mäusefangen gehalten wurde und nicht fürs Abendessen…

Die Waggons waren klar gekennzeichnet und so war es einfach, seinen Sitzplatz zu finden. Ich hatte einen Fensterplatz in einem soft seating Abteil auf der linken Seite – ein Glücksgriff. Denn die Strecke von Hue nach Da Nang führt über den sogenannten Wolkenpass. Und das soll – laut Internet und Reiseführer – der schönste Abschnitt der gesamten Bahnstrecke zwischen Hanoi und Ho-Chi-Minh sein. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen.

Und tatsächlich war die Landschaft – trotz Starkregen – sehr schön. Wie atemberaubend es sein muss, wenn die Sonne scheint und der Himmel blau ist kann ich nur ahnen.

Ich hatte erst am Tag vorher über die maroden Brücken und Tunnel der Strecke gelesen, daher wurde mir etwas mulmig, als der Zug mitten in einem dieser Tunnel für ein paar Minuten hielt (natürlich ohne Durchsage). Wir erreichten unser Ziel Da Nang aber ohne jegliche Probleme. Zumindest keine Probleme, die ich bemerkte…


Ich hatte das Hostel vorher gefragt, was die einfachste Variante wäre, um zu ihnen zu kommen und die Antwort war natürlich ‘By taxi’. Also wehrte ich die aufdringlichsten Taxifahrer am Eingang ab und schnappte mit eines der offiziellen grünen Taxis. (Da wurde ich trotzdem abgezockt, aber hey, einmal passiert es wohl immer.) 

Ich hatte mich im “Barney’s Backpackers Hostel” (169 Tran Hung Dao, Son Tra District, Da Nang) eingebucht. Das lustige an dieser Unterkunft war das “How I met your mother”-Theme, das sich durch sämtliche Räume zog.


Ich war im Marshall-Room (ein 6-Bett-Zimmer) untergebracht. Die Betten waren aus Holz, massiv und extrem bequem (und sehr breit), es gab genügend Schließfächer und Sitzgelegenheiten und einen Kühlschrank. Zudem ein ensuite-Bad (mit 2 Wasserfallduschen, 2 Toiletten, 2 Waschbecken), das jedoch von einer Glasfront vom Zimmer abgetrennt war. Das hieß, wenn man nachts pinkeln ging und das Licht anschaltete beleuchtete man das ganze Zimmer.

Auch waren wir mit einem Milchglasfenster mit dem nächsten Zimmer verbunden, so dass wir immer Licht hatten, wenn die anderen Licht hatten.

Keine großen Dinge, aber sie störten meinen Nachtschlaf doch etwas. (Aber Nachtschlaf gab es ja viel. Dazu jedoch später mehr…)

Auch durfte man seine Kleidung nicht zum trocknen aufhängen. Im Zimmer selber verstand ich das ja noch (dort war Teppichboden), aber es war auch im Bad verboten. Aber man konnte natürlich sehr gerne den Wäschetrockner benutzen – für eine Gebühr von 50.000 VND (ca. 2 Euro). Obwohl ich noch feuchte Wäsche aus Hue hatte, nahm ich das Angebot nicht an. Für mich klang das nämlich etwas nach Geldmacherei. (Eine Entscheidung, die später nicht nur ich, sondern auch Anne und Höni bereuten. Dazu aber mehr im ersten Laosbeitrag. 😉 ) 

Ansonsten war der Eindruck vom Hostel wirklich gut. Die Rezeption / Bar war hell, modern und sauber. Die Angestellten waren mega nett und engagiert und halfen einem mit sämtlichen Angelegenheiten. Auch gaben sie Tipps für Restaurants, Bars und Märkte. 

Ich checkte ein, was schnell und unkompliziert ging. Und ich konnte mein Bett sogar schon beziehen (also im übertragenen Sinne – das Laken war natürlich schon drauf). Den Pass musste ich, wie in allen anderen Hostel auch, abgeben und würde ihn dann beim Check Out wiederbekommen.

Obwohl es regnete und allgemein nicht so gutes Wetter war, war ich wild entschlossen, den Tag noch zu nutzen und die Gegend zu erkunden. Zudem musste ich eh noch Geld abheben. Der nächste Bankautomat war ca. 10 Minuten entfernt, was doch ein netter Anlaufpunkt war.

Auf dem Weg dorthin – ich war noch keine zwei Minuten gelaufen – war ich vom Regen schon dezent durchfeuchtet, weswegen ich beschloss, erstmal etwas essen zu gehen. Frustessen sozusagen. (Zudem hatte ich einen “EAT ALL THE THINGS!”-Tag. Frauen kennen das bestimmt.)

Ich kam am “ART Hotel” vorbei, das ein zugehöriges Restaurant “Art House” hatte. (305 Tran Hung Dao, An Hai Bac, Son Tra District) Es wirkte echt nett und einladend, daher beschloss ich, dort einen Zwischenstop zu machen. Die Bedienung war zuckersüß und brachte mir sogar Servietten zum trocknen. (Was leidlich ging, aber der Gedanke war nett.) Ich studierte die Karte (alles klang geil) und bestellte frische Frühlingsrollen. Sehr, sehr lecker. Selbst das kleine Meeresgetier (das ich zuhause niemals angerührt hätte) war sehr gut. Als Nachtisch gab es Kokosnusseis und Kaffee.

Danach ging ich satt und zufrieden zum Einkaufszentrum, in dem es den ATM geben sollte. Das Gebäude war ein willkommener Schutz vor dem Regen, der mal mehr, mal weniger stark auf mich einprasselte. Doch ich versuchte, mir meine gute Laune zu bewahren. Klappte so semi.

Das Einkaufszentrum war auf jeden Fall interessant und ich hatte viel zum gucken. Vor allem die Weihnachtsdeko, die hier irgendwie völlig fehl am Platze wirkte. Zudem gab es im 3. Stock eine Schlittschuhbahn, die jedoch komplett leer war. 

Ich durchquerte das Einkaufszentrum gefühlte drölfzig Mal, doch ich fand und fand keinen Geldautomaten. Irgendwann fragte ich dann mal nach und erfuhr, dass die Automaten draußen standen – in einem seperaten Gebäude. Und da gab es dann sogar gleich drei. 

Juhu! 

Ich hob Geld ab und war glücklich. Zumindest bis ich wieder nach draußen in das (entschuldigt bitte) Mistwetter musste. Ich hatte eigentlich noch zur “Dragon Bridge” laufen wollen, um Bilder zu machen, aber darauf hatte ich dann keine Lust mehr.

Die Brücke ist 666 Meter lang und führt über den Han River. Sie sieht aus wie ein goldener Drache und spuckt jeden Samstag und Sonntag um 21 Uhr Feuer. (Kein Witz.) Sie sah selbst im Regen toll aus, aber ich konnte mich nicht dazu motivieren, noch nässer zu werden.

Den Rest des Abends verbrachte ich im Hostel (wegen Regen), bloggte, las, schaute Filme auf dem Tablet, pflegte soziale Kontakte und verputzte zum Abendessen noch einen überraschend guten Bacon-Cheese-Burger mit Pommes.

Was mir noch auffiel war, dass die Leute, die im Hostel übernachteten, nicht gerade sehr gesellig waren. Die meisten wehrten jedes aufkeimende Gespräch ab und verzogen sich in ihre Zimmer. Einer meiner Zimmergenossen ging um acht Uhr schlafen, weil ihm so langweilig war. (Tatsächlich lag das Hostel relativ weit vom Zentrum entfernt und noch auf der “falschen” Flussseite. Bei Sonnenschein kein Ding, aber bei Starkregen…)

Also ging auch ich früh schlafen. Schönheitsschlaf schadet ja niemals.

Was ich am nächsten Tag erlebt habe und wie meine Weiterreise nach Laos lief, erzähle ich dann im nächsten Eintrag… 🙂